Vorsicht beim Bezahlen im Internet – Wie Betrüger an Ihr Geld wollen und wie Sie sich davor schützen können

Online-Shopping ist mittlerweile ein großes Geschäft: Aktuellen Umfragen zufolge kaufen etwa zwei Drittel der Bundesbürger häufig oder regelmäßig im Internet ein – vor zehn Jahren tat dies noch nicht einmal die Hälfte der Befragten. Diese Entwicklung ist angesichts der vielen Vorteile des Online-Shoppings im Grunde nicht weiter verwunderlich, denn der Kunde kommt schnell, bequem und günstig an die gewünschten Waren – und das auch noch rund um die Uhr. Doch so bequem der Einkauf im Internet auch ist, so viele Gefahren birgt er auch.

Unzählige Betrüger nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des World Wide Web, um Ihnen Ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Ihre Methoden werden dabei immer raffinierter und damit schlecht zu durchschauen. Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl an ebenso schlauen Zahlungsmethoden und ePayment-Verfahren, die mit allerlei klugen Ideen die miesen Tricks der Online-Betrüger aushebeln wollen, doch wirklich vollkommen sicher kann trotzdem keine von diesen sein. Für das Höchstmaß an Sicherheit sind Sie selbst verantwortlich! Sie selbst haben es in der Hand, ob Betrüger bei Ihnen eine Chance haben oder nicht.

Sicheres Einkaufen im Internet

Grundsätzliche Tipps zum sicheren Einkaufen im Internet finden Sie in unserem Blog-Beitrag „10 Tipps was Sie beim Online-Shoppen beachten sollten„. Darüber hinaus beherzigen Sie stets folgende Sicherheitsregeln – nicht nur beim Online-Einkauf, sondern bei allem was Sie im Internet tun.

1. Niemals irgendwelche Dateianhänge in E-Mails öffnen!
Insbesondere dann nicht, wenn es sich um eine so genannte „Zip“-Datei handelt. Dabei handelt es sich um komprimierte Dateien, die oft Schadsoftware enthalten. Mit Hilfe von heimlich installierten Viren und Trojanern können Betrüger ganz einfach Benutzerkonten, Passwörter und sogar Ihre Daten fürs Onlinebanking ausspionieren und für sich nutzen.

2. Keine Links in E-Mails anklicken!
Onlinebetrüger verschicken mit Vorliebe so genannte Phishing-Mails, mit deren Hilfe Ihre Daten (z. B. Zugangs- und Kontodaten) abgegriffen werden sollen. Waren diese Mails früher leicht zu erkennen (z. B. aufgrund von haarsträubenden Rechtschreib- und Grammatikfehlern), sind sie heute kaum noch von den offiziellen Mails der tatsächlichen Anbieter zu unterscheiden. Erhalten Sie also eine E-Mail von Amazon, eBay, PayPal oder einem anderen großen Namen, so klicken Sie niemals den in der Mail genannten Link an. Öffnen Sie besser ein neues Browserfenster, gehen auf die offizielle Seite des Anbieters und loggen Sie sich dort in Ihrem Kundenkonto an. Dort können Sie alle Vorgänge nachprüfen.

Kurz zusammengefasst: Schenken Sie niemals einer E-Mail oder einer Webseite Ihr uneingeschränktes Vertrauen! Bleiben Sie stets wachsam und seien Sie sich bewusst, dass Sie es Onlinebetrügern schwer machen müssen, um an Ihre Daten zu gelangen.

Wichtigster Grundsatz beim Online-Einkauf: Erst die Ware, dann das Geld

Fake-Shops sind ein großes Problem in der Onlinewelt. In unserem Beitrag „Alle Jahre wieder: Betrug im Onlineshop zu Weihnachten“ haben wir bereits darüber berichtet.

Grundsätzlich gilt beim Online-Shopping die Regel: Erst die Ware, dann das Geld – mit dieser Sichtweise fahren Kunden stets am sichersten. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Deutschen am liebsten auf Rechnung kauft. Diese Art des Online-Einkaufs ist definitiv der sicherste, denn Sie müssen nirgendwo sensible Bank- oder Kontodaten angeben. Außerdem können Sie die Ware ausgiebig prüfen, bevor Sie sie bezahlen.

Doch so vorteilhaft der Rechnungskauf auch für den Kunden ist, so ungern bieten Online-Shops ihn an. Dafür gibt es gute Gründe, denn zum einen sorgen Rechnungskäufer in der Regel zu einer hohen Retourenquote und zum anderen ist die Gefahr groß, dass es zu Zahlungsausfällen kommt. Deshalb beschränken die meisten Online-Shops diese Möglichkeit stark, indem sie sie etwa nur Bestandskunden anbieten – oder aber Mindest- und Höchstbeträge festsetzen und ausschließlich Kunden mit einer positiven Bonität zum Rechnungskauf zulassen.

Zudem gehen die Händler seit einigen Jahren verstärkt dazu über, sowohl die Abwicklung als auch die Risiken auf so genannte ePayment-Anbieter zu übertragen. Diese ermöglichen es dem Händler, seinen Kunden den Kauf auf Rechnung anzubieten ohne dass sie selbst dabei die Risiken tragen müssen. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Anbieter.

Anbieter Funktionsweise Vorteile Nachteile
Klarna – einer der meist genutzten Drittanbieter
– ermöglicht Raten- und / oder Rechnungskauf
– Ware muss erst nach Erhalt bezahlt werden
– keine Angabe von Konto- oder Kreditkartendaten beim Händler oder anderswo
– schnelle Lieferung
– flexible Ratenzahlung
– sehr kurze Zahlungsfristen
– hohe Gebühren
Billpay – ermöglicht Rechnungs- und Ratenkauf sowie Lastschriftverfahren – Ware muss erst nach Erhalt bezahlt werden
– keine Angabe von Konto- oder Kreditkartendaten beim Händler oder anderswo
– schnelle Lieferung
– Einrichtung eines Kundenaccounts notwendig
– recht kurze Zahlungsziele
Billsafe Nur Kauf auf Rechnung – keine separate Registrierung
– keine separaten Gebühren
– Bezahlung erst nach Erhalt der Ware
PayMorrow Bietet Rechnungskauf und Lastschriftverfahren an – Ware muss erst nach Erhalt bezahlt werden
– 30 Tage Zahlungsziel
– keine Angabe von Konto- oder Kreditkartendaten beim Händler
– schnelle Lieferung
– Einrichtung eines Kundenaccounts notwendig
PayRate Bietet Rechnungskauf und / oder Ratenkauf an – keine Registrierung notwendig
– Zahlung erst nach Erhalt der Ware
– zusätzliche Gebühren für Ratenzahlung
Saferpay Zahlungsplattform, über die verschiedene Zahlungsarten gebündelt und ermöglicht werden, u. a. Zahlung mit Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren – keine Angabe von Konto- oder Kreditkartendaten beim Händler
– schnelle Lieferung
– schnelle Zahlungsabwicklung
– weltweiter Einsatz des bevorzugten Zahlungsmittels
– verschiedene Zahlungsmittel möglich
– keine Registrierung nötig
– keine zusätzlichen Gebühren
iClear Rechnungsbetrag wird vorab an iClear per Überweisung, Kreditkarte oder Lastschrift übermittelt. Händler erhält das Geld erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist. – hoher Käuferschutz: Betrag wird erst an den Händler überwiesen, wenn die Widerspruchsfrist abgelaufen ist
– Zahlung per Kreditkarte oder Lastschrift
– rasche Zahlungsabwicklung
– keine Gebühren für Käufer
Nachteile einer Vorauskasse entfallen

Quelle: www.zahlungsmittel.org

Doch auch bei diesen Anbietern können Kunden nicht ohne jegliche Beschränkungen auf Rechnung bestellen. Voraussetzung für einen Rechnungskauf ist stets eine positive Bonität, die bereits während des Bestellvorgangs automatisch geprüft wird. Davon bekommen Sie als Kunde nichts mit, da die Abfrage (meist bei mehreren Wirtschaftsauskunfteien) im Hintergrund verläuft. Der sichere Kauf auf Rechnung kann Ihnen jedoch auch aus anderen Gründen verwehrt werden, etwa wenn die Lieferadresse von der Rechnungsadresse abweicht.

Auch wenn Sie das Geburtstagsgeschenk für Ihre Freundin auf diese Weise nicht per Rechnung bezahlen können, so brauchen Sie sich trotzdem nicht darüber zu ärgern. Denn die Maßnahme gilt vornehmlich Ihrem Schutz.

Auf diese Weise wird es Online-Betrügern schwer gemacht, im Internet munter einzukaufen und die Rechnung einfach an Ihre Adresse schicken zu lassen – bis vor wenigen Jahren noch ein beliebter Trick, um an die begehrte Ware zu kommen ohne dafür zu bezahlen.

Weitere Möglichkeiten des sicheren Bezahlens im Internet

Verbraucherorganisationen und auch die Polizei raten regelmäßig davon ab, beim Online-Shopping Vorauszahlungen zu leisten. Der Grund dafür ist nicht nur in den bereits erwähnten Fake Shops zu suchen, sondern auch in der reibungsloseren Abwicklung für den Kunden. Allerdings wird diese Möglichkeit, wie oben beschrieben, längst nicht immer und auch nicht für jeden angeboten.

Die meisten anderen Zahlungsmethoden setzen jedoch darauf, sensible Bank- oder Kreditkartendaten online zu stellen – eine gefundene Gelegenheit für Betrüger, Ihre Daten einfach abzugreifen. Aus diesem Grund sollten Sie zunächst einmal sicherstellen, dass Ihr Computer nicht von einer Schadsoftware wie etwa einem spionierenden Trojaner befallen ist. Dafür ist es wichtig, die Anti-Virenprogramme sowie die Firewall immer auf einem aktuellen Level zu halten und außerdem regelmäßig sowohl die Festplatte als auch externe Speichermedien (USB-Sticks und Co.) nach Schadsoftware zu scannen.

Erst wenn sichergestellt ist, dass sich keine derartige Software irgendwo auf Ihrem Rechner versteckt, können Sie Kreditkarten- und Bankdaten online verwenden. Allerdings gilt es auch hierbei besondere Sicherheitsregeln zu beachten.

Bei Zahlung per Kreditkarte auf 3D-Secure-Verfahren achten

Neben dem Kauf auf Rechnung ist auch die Zahlung per Kreditkarte bei deutschen Käufern sehr beliebt. Kreditkarten sind bequem – allerdings auch ein ungeheurer Unsicherheitsfaktor, wenn bestimmte Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden. Betrüger brauchen nur die Kartennummer sowie die Prüfziffer – die sich ebenfalls auf der Karte befindet – abzugreifen, um fortan fröhlich auf Ihre Kosten einzukaufen.

Die Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung ist sehr hoch, gerade wenn Sie in nur unzureichend verschlüsselten Online-Shops damit bezahlen oder der Shop-Betreiber derartig sensible Daten nur schlecht sichert. Derartige Datensammlungen sind schon oft gehackt worden. Deshalb kaufen Sie – wenn überhaupt – nur auf Webseiten ein, die den aktuell höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.

Checkliste für sichere Online-Shops

  1. Der Online-Shop bietet eine sichere SSL-Verschlüsselung (erkennbar am https in der Adresszeile).
  2. Der Shop verlangt eine zusätzliche Verifizierung per 3D Secure-Verfahren. Dabei genügt es nicht, Kartennummer und Prüfziffer anzugeben, sondern Sie werden auf die Homepage Ihres kartenausgebenden Institutes weitergeleitet und dort nach dem nur Ihnen bekannten persönlichen Passwort gefragt.
  3. Kaufen Sie nur bei Online-Shops, die ein echtes Prüfsiegel tragen. Überprüfen Sie dieses Prüfsiegel, indem Sie in einem weiteren Browserfenster auf die Webseite des ausgebenden Instituts gehen und dort nach dem betreffenden Online-Shop suchen. Prüfsiegel werden oft und gern gefälscht.

Auf Nummer sicher können Sie gehen, wenn Sie statt einer herkömmlichen eine Pre-Paid Kreditkarte verwenden. Auf diesen Karten befindet sich lediglich der im Voraus bezahlte Betrag, so dass die möglichen Verluste im Falle eines tatsächlichen Kreditkartenbetruges überschaubar bleiben.

Weitere Zahlungsarten mitsamt ihren Vor- und Nachteilen finden Sie in der folgenden, übersichtlichen Tabelle:

Zahlungs-
methode
Funktions-
weise
Vorteile Nachteile
Vorab-
überweisung
Sie als Kunde nehmen die Überweisung des fraglichen Betrages selbst vor, entweder online oder am Bankschalter. Sie müssen keinerlei Bank- oder Kreditkarten-
daten im Internet angeben
Ware wird erst verschickt, sobald die Zahlung beim Händler gebucht wurde.

Rückzahlung bei Retouren oder Reklamationen kann sich verzögern

Wenn Sie Pech haben, erhalten Sie keine Ware – und auch kein Geld zurück.

Lastschrift Sie geben Ihre Bankverbindung (Kontonummer und Bankleitzahl bzw. IBAN) in eine Eingabemaske beim betreffenden Onlinehändler ein. Dieser bucht den fraglichen Betrag automatisch von Ihrem Konto ab. Abbuchungen durch Lastschriften können ohne Angabe von Gründen innerhalb von meist acht Wochen (Bankabhängig) von Ihnen zurückgebucht werden. Sie müssen Ihre Bankdaten auf einer Webseite angeben. Achten Sie auf eine ausreichende Verschlüsselung!
PayPal Der Kunde meldet sich für ein PayPal-Konto mit seiner E-Mail Adresse sowie einem selbst gewählten Passwort an. Mit diesen Angaben bezahlt er auch im OnlineShop. Keine Herausgebe von sensiblen Bank- oder Kreditkarten-
daten

Händler erhält sein Geld erst nach der Lieferung

PayPal ist extrem häufig Ziel von Online-Betrügern, die z. B. über Phishingmails an Ihre Daten kommen wollen
GiroPay Dieser Anbieter will die Nachteile einer Überweisung minimieren. Zum Bezahlen gibt der Kunde zunächst einmal nur seine Bankleitzahl an und wird dann automatisch auf die Webseite seiner Bank weitergeleitet. Dort loggt er sich in sein Bankkonto ein und nimmt die Zahlung selbst vor. Der virtuelle Überweisungsträger ist dabei bereits ausgefüllt. Keine Registrierung notwendig

Keine Angabe von sensiblen Daten auf fremden Webseiten notwendig

Händler bekommt sein Geld erst nach der Lieferung

Nur für Kunden, die über ein Onlinekonto verfügen.

Zudem muss die Bank mit dieser Zahlungsart einverstanden sein (AGB).

Lieferungen brauchen oft genauso lange wie bei einer herkömmlichen Überweisung.

Sofort-
überweisung
Die Sofort-
überweisung funktioniert ähnlich wie Giropay, nur dass Sie hierbei Ihre Kontodaten samt TAN-Nummer dem Drittanbieter mitteilen und dieser schließlich die Überweisung vornimmt.
Von dieser Zahlungsart ist abzuraten, da Sie sehr sensible Daten offenlegen müssen. Zudem untersagen fast alle Banken dessen Nutzung wegen der erhöhten Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung.

Fazit: Niemals unbedacht Daten herausgeben und auf sichere Verschlüsselung achten.

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