Die Finanzlage des Immobilienmarktes

Der Immobilienmarkt steht seit jeher für langfristige Wertstabilität. Er ist nicht hochspekulativ und damit fernab plötzlicher Marktschwankungen, die innerhalb kürzester Zeit für große Verluste sorgen können. Ohnehin nimmt der Immobilienmarkt unter den vielen anderen Produkten des Finanzmarkts eine ganz besondere Stellung ein, basiert er doch im Gegensatz zu Aktien auf realen, greifbaren und nutzbaren Produkten.

Der Immobilienpreis als Indikator: der Realist unter den Anlageprodukten

Die Immobilienpreise lügen nie. Ihr Verlauf gibt nicht nur Auskunft über Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt, sondern lässt außerdem Rückschlüsse auf die generelle Finanzlage zu. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der Bedeutung des Immobilienmarktes für private Besitzer, die zugleich auch Nutzer der Immobilie sind, und großen Bau- und Wohnunternehmen, ganz zu schweigen von Investoren, die über Fonds und andere Anlageprodukte eine direkte Verbindung zwischen dem Immobilienmarkt und dem gesamten Finanzmarkt herstellen. Darüber hinaus hat die weltweite Finanzkrise in den Jahren 2008/2009 gezeigt, dass der Zusammenhang zwischen Finanz- und Immobilienmarkt durch Hypotheken und Kreditfinanzierungen ohnehin schon ausreicht, um die gesamte Weltwirtschaft nachhaltig zu beeinflussen.

Die Finanzlage des Immobilienmarktes: Ursache und Wirkung

Im Jahr 2008 reichte eine Erhöhung des Leitzinssatzes aus, um eine Lawine ins Rollen zu bringen. Grund dafür waren zahlreiche Immobilienkredite, die wegen der Zinserhöhung nicht mehr hinreichend bedient werden konnten. In der Folge erhielten auch die sogenannten Hypothekenbanken ihr Geld nicht zurück, was aufgrund der Verflechtungen auf dem Finanzmarkt schnell zu einem Domino-Effekt führte, der praktisch alle fortschrittlichen Volkswirtschaften der Welt ins Wanken brachte.
Umso ironischer klingt es, dass der umgekehrte Fall, also Schwankungen des Finanzmarktes, deren Ursprung nicht im Immobilienmarkt zu finden ist, häufig von Vorteil für den Immobilienmarkt ist. An dieser Stelle kommt der Charakter von Immobilien als sichere Anlage zum Tragen. Dies betrifft allerdings vor allem größere Anlagebeträge. Denn während Investitionen in andere Finanzprodukte in unsicheren Zeiten schnell unkalkulierbaren Risiken unterworfen sind, ist das Geld in einer Immobilie sicher angelegt.
Die aktuelle Euro-Krise, insbesondere die Situation in Griechenland, unterstreicht diese Tatsache eindrucksvoll. So wurde im November 2011 bekannt, dass die Kaufanfragen griechischer Interessenten auf dem deutschen Immobilienmarkt um 100 Prozent zugelegt haben. Dies hat wiederum einen Effekt auf die Immobilienpreise, denn die alte Regel von Angebot und Nachfrage gilt besonders auf dem Immobilienmarkt.
Solche Aussagen dürfen jedoch nicht als allgemeingültig bezeichnet werden, denn zum einen beschränkt sich die große Nachfrage traditionell immer auf ohnehin schon starke Regionen, beispielsweise München oder Hamburg, andererseits sind die steigenden Preise von Nachteil für einheimische Kaufinteressenten.

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