Tipps zum Kauf eines Trikes (Liegedreirad)

Trikes sind trendy, Trikes sind cool.
Trikes bringen ein ganz neues Fahrgefühl!

Trikes oder auch Liegedreiräder genannt, werden für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke konzipiert. Sie sind ideal für lange Trekking-Touren, Reisen über Kontinente, Fahrten zur Arbeit oder einfach nur, weil es einen irre Spaß bereitet, im Gocart-Feeling über den Asphalt zu brettern. Trikes werden von jungen Fahren, Berufspendlern, Reisenden und von Fahrern mit körperlichen Einschränkungen gefahren. Der Panoramablick ist eingebaut, der Rücken und die Handgelenke werden entlastet, der Weg wird zum Ziel!

Wer sich für den Kauf eines Trike interessiert, steht vor einigen Fragen, wie beispielsweise diese hier:

  • Welches Trike?
  • Welche Bauform?
  • Welche Technik?
  • Was sind die Vor- und Nachteile?
  • Worauf muss ich überhaupt achten?

Nachfolgend sind einige nützliche Aspekte für Kaufinteressierte aufgelistet. Letztendlich entscheidet natürlich ein ausgiebiger Test, das Gefühl beim Fahren und natürlich auch der persönliche Geschmack.

Bauformen von Trikes

Zwei unterschiedliche Bauformen haben sich bei Liegedreirädern durchgesetzt. Zum einen die Tadpole-Bauform (engl. für Kaulquappe), zum anderen die Delta-Bauform.

Die Delta-Bauform

Bei der Delta-Bauform befindet sich vorne ein Rad und hinten zwei Räder. Ein typischer Anbieter dieser Liegedreirad-Bauform ist die Firma Hase-Spezialräder.

Trikes dieser Bauform haben die folgenden Vorteile: Der Wendekreis ist sehr gering, die Sitzhöhe ist in der Regel nicht sehr niedrig, was das hinsetzen und aufstehen erleichtert.

Nachteilig ist dem gegenüber, dass der Fahrer fast auf der Hinterradachse sitzt und somit einen sehr langen Vorbau mit dem einzelnen Vorderrad vor sich herschiebt. Da er auf dem breiteren Teil des Trikes sitzt, ist es oft schwer abzuschätzen ob schmale Durchfahrten problemlos durchfahren werden können. Durch die Fahrerposition bleibt weniger Platz für das Gepäck, wodurch dieses Konzept nicht die erste Wahl für Trekking-Reisende ist. Ein weiterer Nachteil ist die angetriebene Hinterachse. Um in Kurvenfahrten einen Schlupf der Räder zu vermeiden, muss entweder ein teures Differenzial-Getriebe verbaut werden oder es wird nur ein Hinterrad angetrieben. Die Laufräder sind vorne und hinten in der Regel auf 20″ Radgrößen beschränkt, um hinten möglichst tief sitzen zu können. Durch diese Vorgaben befindet sich allerdings die Schaltung ebenfalls sehr dicht am Boden, wodurch sie bei Fahrten über unebenem Gelände oder Kanten schnell beschädigt werden kann.

Insgesamt wirkt das Delta-Konzept eher wie ein typischen Krankenfahrstuhl, es gibt aber auch sehr sportlich orientierte Modelle. Interessant ist bei diesem Konzept, dass mit einfachen Mitteln mehrere Trikes aneinander gekoppelt werden können, wodurch sich ein langer Zug ergibt. Möchte man einen E-Antrieb verwenden, sind bei einem Trike mit Delta-Bauform mögliche Motorpositionen entweder in der Vorderradnabe, wodurch aber leider nur das wenig belastete Vorderrad Vorschub leistet oder im Kettenantrieb möglich.

Die Tadpole Bauform

Die Tadpole Bauform ist bei Liegedreirädern am weitesten verbreitet. Typische Anbieter sind HP Velotechnik, Icletta, Q-Cycles, u.v.m. Trikes dieser Bauform sehen sehr sportlich aus, das Fahrverhalten ist einem Gocart ähnlich.

Nachteilig bei diesem Konzept ist der eher große Wendekreis und die oftmals tiefe Sitzposition. Die Vorteile dieser Bauform sind unter anderem diese. Die vorderen beiden Räder liegen vor dem Fahrer, wodurch sich die Breite bei Durchfahrten sehr einfach vergleichen lässt. Der Schwerpunkt des Fahrers liegt ca. mittig in dem gedachten Dreieck der drei Räder, wodurch sich eine sehr gute Gewichtsverteilung ergibt. Über und neben dem Hinterrad ergibt sich ein großer Stauraum für Gepäck. Das Gepäck kann auch ideal seitlich neben dem Hinterrad und damit hinter dem Sitz befestigt werden. Das ergibt einen niedrigen Gesamtschwerpunkt. Als Wetterschutz lässt sich vor dem Fahrer einfach ein Windschild befestigen oder auch ein komplettes Wetterdach montieren. Möglich ist auch eine Vollverkleidung, also ein Velomobil. E-Antriebe können ideal als Hinterrad-Nabenmotor realisiert werden. Bezogen auf Schaltungsalternativen steht die gesamte Palette der Zweirad-Industrie zur Verfügung, da das angetriebene Hinterrad quasi 1:1 dem typischen Zweirad entspricht.

Die folgenden Apekte sind für die Auswahl eines Trikes wichtig

Da die größte Bandbreite an Trikes im Bereich der Tadpole-Bauform liegt, beziehen sich die folgenden Punkte vor allem auf diese Bauform, sind aber teilweise auch auf die Delta-Bauform anwendbar.

Faktbarkeit: Steht das Trike in der Garage oder unter dem Carport, ist dieses Thema nicht unbedingt ausschlaggebend. Auch dann nicht, wenn das Trike z.B. Dauerhaft mit einer festen Verkleidung überbaut ist. Muss das Trike aber z.B. regelmäßig in den Keller getragen werden, in eine enge Garage passen oder auch mal per Bahn oder Auto mitgenommen werden, ist dieses Thema sehr wichtig. Bei faltbaren Trikes wird das Trike in der Regel mittig über ein Faltgelenk zusammengefaltet, dass Hinterrad kippt dabei nach vorne und wird je nach Technik dabei um ca. 90° gedreht, was eine geringe Gesamthöhe ergibt. Ist diese Drehung des Hinterrades nicht gegeben, kann das Hinterrad in der Regel auch einfach per Schnellspanner entnommen werden.

Radgrößen

Einige Hersteller setzen auf 3x 20″, andere auf 3x 24″ oder auch auf gemischte Radgrößen, z.B. vorne 20″ und hinten 26″. Ein hinteres großes Rad bietet den Vorteil, dass es optimaler für lange Strecken und für den schwereren Gepäcktransport geeignet ist. Große Räder rollen problemloser über Unebenheiten.

Federung

Trikes sind eher nicht für den Einsatz im schweren Gelände konzipiert. Da Trikes hauptsächlich auf asphaltierten Straßen gefahren werden, ist eine Federung meist nicht erfoderlich. Zum einen führt eine Federung zu einem höheren Kaufpreis und einem höheren Gewicht, sie muss gewartet werden und letztendlich ist der Mehrwert eher gering. Fährt man täglich zur Arbeit und fährt dabei oft über Kopfsteipflaster oder kaputte Straßen, macht eine Federung natürlich Sinn. Alternativen zur Federung sind Ballonreifen, die im Übrigen nicht zwangsweise schwerer Laufen und/oder ein bequemer Bespannsitz.

Sitzausführung

In der Regel werden Hartschalensitze oder Bespannsitze bei einem Trike verbaut. Hartschalensitze sehen sportlicher aus, müssen aber auch optimal zum Fahrer passen. Der Nachteil am Hartschalensitz ist die gegenüber Bespannsitzen weniger gute Belüftung. Bespannsitze sehen eventuell etwas nach Gartenstuhl aus, sind aber häufig die deutlich bequemere und vor allem besser belüftetere Wahl.

E-Antrieb

Am einfachsten nachrüstbar sind E-Antriebe mit Radnabenmotoren. Bei einem Tadpole-Trike idealerweise für das Hinterrad. Bei Bedarf kann einfach zwischen einem Hinterrad mit und ohne E-Antrieb gewechselt werden. Generell ist der E-Antriebs Markt ein sich noch stark wandelnder und vor allem stark wachsenden Markt. Eine sinnvolle Betrachtung dieses Themas benötigt einen eigenen Artikel.

Fazit

Trikes sind eine spannende und aufregende Alternative zu einem klassischen Fahrad. Da ist zum einem die entspannte Sitzhaltung, der Panoramablick, die sehr fahraktive Straßenlage, das coole Gefühl auf so einem Trike aber auch Themen wie Kippsicherheit, optionaler Wetterschutz, ideale Ergänzung mit E-Antrieben und das breite Einsatzgebiet sowohl auf weiten Strecken, auf dem Weg zur Arbeit oder einfach nur so zum Spaß. Trikes sind ideal für sportlich orientierte Fahrer, Urlaubsreisende, ältere Fahrer oder Fahrer mit einem körperlichen Handicap. Zudem werden gegenüber einem aufrechten Zweirad andere Muskelpartien trainiert, wie z.B. die Oberschenkelmuskulatur und die Bauchmuskeln. Bei der Klärung der Frage welches Trike denn das richtige sein könnte, auf was zu achten ist und welche Techniken aktuell angeboten werden, hilft Ihnen dieser Bericht sicherlich etwas weiter. Letztendlich aber geht nichts über einen ausgiebigen Test und natürlich über den eigenen Geschmack!

Im Fotostream von Q-Cycles bei flickr finden Sie eine Reihe von interessanten Fotos rings um Trikes.

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