Ratgeber zum E-Bike Kauf: die Antriebe

Das Fahrrad ist ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel – nicht nur als Sportgerät für die Freizeit, sondern auch z. B. für den täglichen Weg zur Arbeit.
 
Dabei erleben E-Bikes im Moment einen nahezu unglaublichen Trend: sie werden von Jahr zu Jahr deutlich beliebter. Für die Kunden im Fachgeschäft und auch online in einem E-Bike Shop stellen sich vor dem Kauf jede Menge Fragen. Die wichtigsten Informationen zu den E-Bike Antrieben haben wir in diesem Ratgeber zusammengestellt.

Den richtigen Rahmen auswählen

Die meisten E-Bikes, die auf den Straßen unterwegs sind, sind Trekkingräder. Die meisten sind mit 28“ Laufräder ausgerüstet; es gibt nur wenige Modelle, die über 26“ Reifen verfügen.
Die richtige Höhe für die Körpergröße des Fahrers wird über verschiedene Rahmengrößen erreicht. Diese richtet sich nach der Beinlänge. Messen Sie von der Innenseite Ihres Beins (Leiste) bis zum Boden und multiplizieren Sie diesen Wert mit 0,66. So erhalten Sie die richtige Größe des E-Bikes Rahmens:

  • Körpergröße von 1,85m:
    84 cm Beinlänge * 0,66 = 55 cm Rahmenhöhe.

Wichtig für die Fahreigenschaften: der Antrieb

Zentrales Element bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Modell ist natürlich der E-Bike Antrieb. Hierbei ist grundsätzlich zwischen direkten und indirekten Antrieben zu unterscheiden. Direkte Antriebe wirken dabei direkt auf eines der beiden Räder. Indirekte Antriebe arbeiten mit einem separat montierten Motor und geben ihre Kraft nicht direkt an das Rad ab, sondern nutzen vorhandene Antriebsteile. Dies könnte z. B. über ein zusätzliches in die Kette eingreifendes Ritzel oder direkt Kraftabgabe an die Welle im Tretwerk geschehen.

Wenn Sie über den Kauf eines E-Bikes nachdenken, egal ob im Fachhandel oder online in einem Bike Shop, werden Sie bei den aktuellen Modellen der gängigen Marken und Hersteller hauptsächlich drei Arten von Motoren vorfinden:

  • Frontmotoren,
  • Mittelmotoren,
  • Heckmotoren.

Jede dieser Bauarten hat ein paar Eigenschaften, die Sie für Ihre Kaufentscheidung kennen und berücksichtigen sollten. Wir stellen Sie jeweils kurz vor.

Frontmotoren als E-Bike Antrieb

Frontmotoren werden in E-Bikes meist in die Nabe des vorderen Laufrads verbaut. Diese Art des elektrischen Antriebs kommt meist in günstigeren E-Bike Modellen zum Einsatz. Da die Montage recht einfach ist, arbeiten viele Nachrüstsätze für herkömmliche Fahrräder auf die Weise. Man sollte darauf achten, dass der Akku im Bereich des Gepäckträgers untergebracht ist, damit das Rad ausbalanciert bleibt und das Gewicht sich nicht in Richtung des Vorderrades verschiebt, denn sonst kann es beim Bremsen dazu kommen, dass das Hinterrad den Bodenkontakt verliert.
Als einer der Nachteile des Frontmotors in der Nabe ist zu nennen, dass bei Frontmotor-Antrieben kein Nabendynamo mehr verwendet werden kann. Es muss auf einen herkömmlichen Dynamo zurück gegriffen werden, da nach aktueller Gesetzeslage die Stromversorgung der Lichtanlage nicht aus dem Akku des Antriebs erfolgen darf.

Da es sich bei Frontmotoren meist um die preiswerteren Modelle handelt, ist auch die verwendete Sensor-Technologie üblicherweise eher preiswert. So kann das System zwar erkennen, ob in die Pedale getreten wird oder nicht, aber nicht wir stark. Entsprechend ist die Tretunterstützung des Motors entweder an oder aus, aber kaum in der Stärke variabel (richtet sich nach Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades, aber nicht nach Drehmoment am Pedal).
Dies sollte man berücksichtigen, da das natürlich Auswirkungen auf die Fahrphysik hat. Da das Vorderrad beim Fahren mit weniger Gewicht belastet wird tendiert es bei frontgetriebenen E-Bikes häufig zum Durchdrehen. Dieser Effekt wird bei steilen Abschnitten oder bei schlechtem Untergrund (nass oder sandig) verstärkt.
Bei stärkeren Motoren spürt man teilweise deutliche Einflüsse auf das Lenkverhalten, da der Motor am „Rad zieht“.

Mittelmotoren bei E-Bikes

Die meisten aktuell angebotenen E-Bikes der namhaften Hersteller sind mit einem Mittelmotor ausgestattet. Das bedeutet, dass der Motor im Mittelrohr des Rahmens in der Nähe des Tretwerks untergebracht ist. Seine Kraft gibt er auf die Kette ab (indirekter Antrieb). Frühere Modellreihen arbeiteten noch mit Antrieben, die ihre Kraft auf die Welle im Tretwerk weitergaben.
Mittelmotoren sind derzeit der klare Favorit im Markt, da sie einige große Vorteile bieten:

  • Die tiefe Positionierung verlagert den Schwerpunkt des Rades nach unten, was die Kippgefahr reduziert. Das zusätzliche Gewicht ist während der Fahrt kaum zu spüren.
  • Das Gewicht des Motors wird gleichmäßig auf Vorder- und Hinterrad verteilt. Kein Durchdrehen oder Instabilität des entlasteten Rades während der Fahrt.
  • Angenehmes Fahrgefühlt: Kraft des Fahrers und des Motors wirken auf die selbst Stelle, d. h. es entsteht kein Gefühl des „Schiebens“ oder „Ziehens“. Die Unterstützung fühlt sich natürlich an.

Häufig liest man im Netz, dass sich Mittelmotoren nicht mit Rücktritt-Bremsen kombinieren lassen. Das ist aber eine überholte Information. Die Firma Bosch setzt als einer der führenden Hersteller von E-Bike Antriebssystemen überwiegend auf Mittelmotoren – und bietet in den aktuellen „intuvia“-Systemen auch die Möglichkeit, den Rücktritt zu nutzen.

E-Bikes mit Heckmotoren

Bei Heckmotoren für E-Bikes handelt es sich normalerweise um Nabenmotoren, wie auch bei den Frontmotoren, die allerdings in der Achse des Hinterrads untergebracht sind. Hier verspricht das höhere Gewicht an der angetriebenen Hinterachse zusätzliche Traktion. Außerdem kann das Vorderrad, z. B. zum Transport mit dem Auto, einfach herausgenommen werden.

Heckmotoren sind bei den Herstellern aktueller E-Bike Modelle nicht besonders verbreitet. Entsprechend haben wir erst wenige dieser Räder selbst verkauft. Deswegen fehlt an dieser Stelle leider die persönliche Erfahrung, um Heckmotoren zu bewerten.

So entscheidet der Markt

Für viele E-Bike Käufer ist es interessant zu wissen, auf was andere Kunden bei Ihrer Entscheidung geachtet haben. Deswegen geben wir hier kurz unsere Erfahrungen wieder:

  • In Deutschland wurden 2012 etwa 400.000 E-Bikes verkauft.
    Für 2013 ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.
  • Die überwältigende Mehrheit der E-Bikes ist mit Mittelmotoren ausgestattet.

Besonders im Online-Handel bieten die Händler einige für den Kunden interessante Optionen an. Bei der Zahlung sollte z. B. die Möglichkeit bestehen, ein Fahrrad auf Rechnung zu kaufen oder ein E-Bike zu finanzieren. So kann man es nach der Bestellung in Ruhe und ausgiebig testen.

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